Begeisterung beim Konzert des Männerchors und der Saubergspatzen

Der Männerchor mit unserem Dirigenten Bernhard Stephan
Der Männerchor mit unserem Dirigenten Bernhard Stephan
Veronika Gareus-Kugel schreibt im BT vom 27. Oktober 2015:

Liedauswahl gleicht einem Geniestreich

Den Erfolg, den die Sängervereinigung Ottenau und die Sauberspatzen in der Merkurhalle am Samstag für sich reklamieren konnten, suchte seinesgleichen. Zum Schluss machte sich Partystimmung in der Halle breit. Mit nur einer Zugabe gab es für die Sänger an diesem Abend kein Entrinnen von der Bühne.

Dem Vertreter des Mittelbadischen Sängerkreises im Publikum müsste das Herz aufgegangen sein. Denn so viel Freiwillige mit Gold in der Kehle sind selten zu hören. Zu einem Konzertabend eingeladen hatten am Samstag der Männerchor der Sängervereinigung Ottenau und die Saubergspatzen. Das Motto lautete: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“. Das sagte sich zur zweiten Konzerthälfte offensichtlich auch das Saalpublikum und begann, die Darbietungen als Backgroundchor oder mit rhythmischem Klatschen zu begleiten. Durch das Konzert führte Markus Mack. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Bernhard Stephan. Gerhard Weickenmeier, der stellvertretende Vorsitzende der Sängervereinigung, hieß die Konzertbesucher willkommen. Die Bewirtung der Gäste organisierte der Chor „inTakt“.

Sänger platzieren sich im Publikum

Schon die Sitzordnung in der Halle ließ erahnen, dass das kein normaler Abend mit Chorgesang werden würde. Statt auf der Bühne platzierten sich die 41 Sänger mitten im Publikum. Auf diese Weise schufen sie einen Rahmen, der den Funken sofort überspringen ließ. Freude am Chorgesang stand an diesem Abend im Mittelpunkt. Das ausgesuchte Repertoire ließ keine Wünsche offen. Mit einer Klavierinterpretation des Jazz-Klassikers „Take Five“ lockte Dirigent Stephan die Chöre in den Saal.

An die 320 Besucher fanden auf Einladung der Sängervereinigung den Weg in die Merkurhalle. Auf sie warteten Hits von Klaus Lage wie „Tausendmal berührt“, „Abenteuerland“, von Pur, „Dein ist mein ganzes Herz“ von Heinz Rudolf Kunze oder „Warum hast Du nicht nein gesagt“ aus dem neuen Album von Roland Kaiser. Solistisch unterwegs war Benjamin Kaufmann. Zeigte sich der erste Liederblock von seiner gediegenen Seite, sollte sich dies mit dem Auftritt der Saubergspatzen ändern. Mit der Präsentation von Liedern der österreichischen Pop-Comedy-Gruppe „Erste Allgemeine Verunsicherung“ lockten sie das Publikum erstmals aus der Reserve.

Stimmung mit den Saubergspatzen
Stimmung mit den Saubergspatzen

Nach der Pause änderten die Sänger die Stilrichtung. Ruhig und gesanglich gediegen glänzten die Saubergspatzen zunächst mit „Sound of Silence“, einem Hit des Popduos Simon und Garfunkel. Mit Huey Lewis‘ Interpretation von „It’s allright“ strafften sie die musikalischen Zügel und präsentierten mit Extravaganz den Song „Sweet Home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd, der Südstaaten-Rockband der 1970er Jahre. Zunehmend strebte die Publikumsbegeisterung ihrem Höhepunkt entgegen.

Der Männerchor zelebrierte den Wiedereinstieg in die Konzertdarbietung erneut mit dem Höhner-Hit „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“. Mit einem Medley von Udo Jürgens huldigte er einem der größten deutschsprachigen Sänger. Danach wendeten sich die Männer dem einstigen Karat-Titel und späteren Hit für Peter Maffay zu „Über sieben Brücken musst Du gehen“. Jede Liedzeile wurde genüsslich vom Publikum mitgesungen.

Leuchtstäbe schwingen im Takt der Musik

Der Abend war beste Werbung für den Chorgesang und das Singen in einer Gruppe. Die vom Männerchor und den Saubergspatzen getroffene Liedauswahl glich einem Geniestreich. Es handelte sich durchweg um Lieder zum Mitsingen. Darunter auch Reinhard Meys unverwüstliches Lied „Über den Wolken“ oder „Westerland“ von den Ärzten. Mit „So schön war die Zeit“ von Freddy Quinn und mit „Sierra Madre“ holten die beiden Männerchöre das Publikum von den Stühlen. Es schwang Leuchtstäbe im Takt der Musik.

Fotos: Kornelia Seher