Die Saubergspatzen begeisterten bei ihrem Jubiläumskonzert

Christiane Vugrin schreibt am 20. Mai im Badischen Tagblatt:

Die „Fastnachts-Boygroup“ glänzt mit einem fulminanten Programm

Zu ihrem 50-jährigen Bestehen präsentieren sich die Saubergspatzen als bestens aufgelegtes Gesangs-Ensemble

Die Saubergspatzen, sie sangen, pfiffen, parodierten am Samstagabend auf der Bühne der Ottenauer Merkurhalle. Die „Spatzen“ werden „Fuff Zig Jahr“: Stehend bejubelte das Publikum einen Männerchor, der mit ausgefallenen Arrangements, originellen Texten, Witz und Esprit sein Bühnenjubiläum feierte. Nach dem offiziellen Konzert war noch lange nicht Schluss.

Vor einem halben Jahrhundert standen die Saubergspatzen der Sängervereinigung Ottenau erstmals bei einer Fremdensitzung der Grokage Gaggenau auf der Bühne. „Es war seinerzeit schon etwas ganz Besonderes“, ist in der Chronik zu lesen.

Auch 50 Jahre später lieferte die „Fastnachts-Boygroup aus dem Murgtal“ scheinbar mühelos ein Konzert der Extraklasse: Facettenreicher Männergesang auf hohem Niveau und parodistische Einlagen in originellen Kostümen, wohl ausgesuchten Requisiten und pfiffig-hintersinnigen Texten.

Der Spaß, den die 23 Saubergspatzen bei ihrem Auftritt hatten, war ihnen von der ersten Minute an anzusehen – und das das Publikum gleich dabei.

Die zahlreichen „Spatzenfans“ freuten sich auf den Abend und waren gespannt auf das – wie Moderator Markus Mack verriet – lange ausgesuchte, per E-Mail, Whatsapp und Telefon verhandelte Programm.

Nach der Begrüßung von Gerhard Weickenmeier, Vorsitzender der Sängervereinigung Ottenau, war nur einer Person erlaubt worden, Grußworte zu sprechen. „Burger King“ Christof Florus ging ans Mikrofon und fand höchst anerkennende Worte für seine Freunde. „Die Saubergspatzen machen ihr Ding und nehmen kein Blatt vor den Mund, beinahe ist man enttäuscht, wenn man nicht in ihrem Programm auftaucht“, meinte der Rathauschef schmunzelnd. Dazu sollte es allerdings an diesem Abend nicht kommen.

Mit Coversongs, einzigartig interpretiert, ernten die singenden Männer bereits im ersten Konzertteil jede Menge Applaus. Als Verantwortlicher für die raffinierten Arrangements stellte Chorleiter Bernhard Stephan sowohl feines musikalisches Gespür als auch die Vielseitigkeit der Männerstimmen unter Beweis. Ein schöner Mix aus A cappella und am Klavier begleiteten Chorgesangs ließ Hits wie „Männer“, „Sound of Silence“ oder „Africa“ erfrischend neu erklingen.

50 Jahre ohne Rückblick – undenkbar. Michael Wessel und Walter Merkel unterstützt von Harald Seher entführten amüsant und kurzweilig anhand von ausgewählten Bildern in die Vergangenheit und gewährten mit privaten Fotos einen Blick hinter die Kulissen.

„Wir sind wieder hier“ – Die Saubergspatzen, wie sie gekannt und geliebt werden, erschienen nach der Pause in ihren grünen Kostümen auf der Bühne. Und schwups herrschte Fastnachtsstimmung in der Halle. Fastnachtshöhepunkte wie „Christophbräu“, „Berater“, „GroKo“ oder „Fernsehköche“ erzeugten Lachsalven im Publikum. Bei „Ich mach‘ mein Ding“ brillierte der „Burger King“ der Saubergspatzen, Markus Schnaibel, mit einem Solo. Er hatte die Lacher – auch von OB Christof Florus – auf seiner Seite. Natürlich sind es auch die Texte, die stets in Schwarze treffen. Hier steht Michael Wessel an vorderster Stelle – über 100 Texte stammen aus der Feder des engagierten „Ehrenspatzen“.

Die Stimmung war bestens, doch das Ende nahte. Andreas Kawa übernahm die Vorstellung aller einzelnen Sänger, bedankte sich bei Zuschauern, Helfern und Unterstützern und fand die treffenden Abschlussworte. Seine letzten als Gruppenleiter. Nachdem Walter Merkel, Präsident der Sängervereinigung, diesem den hölzernen Saubergspatzen umgehängt hatte, wurde der neue Gruppenleiter des Chors, Kurt Mechler, vorgestellt.

Zum Schluss des bravourösen Auftritts erklangen zwei Fastnachtslieder. Ohne Aufforderung standen die Zuschauer von ihren Plätzen auf, um die Bühnenakteure gesanglich und mit Klatschen zu unterstützen. Dass dann auch noch unter den Sitzen der zahlreichen Besucher Leuchtstäbe versteckt waren, zauberte beim offiziellen Schlusslied eine besonders emotionale Atmosphäre: Vor Lichter schwenkendem Publikum verabschiedeten sich die Spatzen mit dem Schlager „Goodbye, Adieu und auf Wiedersehen“.

Foto: Christiane Vugrin

Buttons zum Spatzenjubiläum

Seit 50 Jahren gibt es unsere Saubergspatzen nun. 1969 traten sie erstmals bei der Fremdensitzung der GroKaGe auf – damals eine Besonderheit, denn die Gaggenauer und Ottenauer waren sich oft nicht grün. Grüne Kutten und Spitzhüte wurden dann die Erkennungszeichen der Spatzen. Anlässlich ihres Jubiläums haben sie bei der Lebenshilfe Buttons anfertigen lassen.

Der Spatz FUFF und sein dicker Kollege ZIGG ergeben zusammen FUFFZIGG. Die pfiffige Idee dazu hatte die Agentur exakt aus Rastatt, die das Logo kostenlos für die Spatzenfreunde gestaltete. 

Mit diesen beiden ulkigen Vögeln werden die Spatzen in nächster Zeit immer mal wieder auf ihr Jubiläumskonzert am 18. Mai in der Merkurhalle aufmerksam machen.

Foto: Wessel

„Goldene Gans“ für Walter Merkel

Gaggenau – Strahlende Gesichter am Wochenende: Von Wolfgang Paulusch, dem Vorsitzenden der GroKaGe wurde Walter Merkel (Mitte) mit der Silbernen Gans ausgezeichnet. Dies ist der höchste Orden der traditionsreichen Gaggenauer Karnevalsgesellschaft und wurde bisher nur sieben Mal verliehen.

Vierzig Jahre gehört Walter Merkel bereits den Saubergspatzen an und war von 1982 bis 2008 – also 26 Jahre lang – Leiter dieser tollen Gesangsgruppe. Immer wieder begeisterte er mit seiner Tenorstimme als Solist das Publikum. Unvergessen sind dabei seine Auftritte als Till.

Nach 40 Jahren tritt Merkel zwar von der Faschingsbühne ab, wird aber der Gruppe weiterhin als hervorragender Sänger und Gitarrist erhalten bleiben. Schließlich beginnen gleich nach den Fremdensitzungen die Vorbereitungen für das Jubiläumskonzert „50 Jahre Saubergspatzen“ am 18. Mai in der Merkurhalle Ottenau.

(wess / Foto: Seher)